Obernfeld ist seit 1988 weitläufig von einem Landschaftsschutzgebiet umgeben. Der besondere Schutzzweck zielt u. a. darauf hin, den Erholungswert dieser Landschaft für die Menschen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Geschützt werden sollen auch Gewässer, Auen und Feuchtflächen, genauso wie die Erhaltung heimischer Hecken, Weg- und Ackerraine und Obstwiesen. Die Gemeinde, die Jägerschaft und die Realgemeinde bemühen sich in verschiedenen Projekten die Artenvielfalt zu erhalten und zu erhöhen.

 

Hecken

 

Als Rückzugsgebiete vor Feinden sind einheimische Hecken aus Schwarzdorn, Hundsrose, Weißdorn usw. bestens für Kleinsäuger und Vögel geeignet. Im Frühjahr 1994 organisierten die Obernfelder Jägerschaft, der Naturschutzbund Untereichsfeld und zwei Landbesitzer eine Pflanzaktion, bei der 700 Büsche und 65 Obstbäume in der Obernfelder Flur (Rodewiese) eingepflanzt wurden. Ziel dieser Aktion war es, zwei Streuobstwiesen und ein Heckenverbundsystem anzulegen, um Nischen für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Die Pflanzen wurden vom Landkreis Göttingen, der Gemeinde Obernfeld und der Jägerschaft Duderstadt finanziert.
Rückzugsgebiete für einige Tierarten stellen auch die sechs Streuobstwiesen dar, die im Besitz einiger Obernfelder Familien sind. Die Flächen unter den Bäumen werden gemäht und das Mähgut z. B. an Schafbesitzer abgegeben. Ein Eigentümer überlässt seine Streuobstwiese der Natur. Auf den Streuobstwiesen dürfen nur alte Obstsorten angepflanzt werden.

 

Streuobst

 

Wichtig sind die Blühstreifen am Rande der Ackerflächen, sie dienen allgemein der Artenvielfalt in unserer Landschaft, indem sie Nahrung, Schutz und Rückzugsräume für Insekten, Bienen und Wildtiere bieten. Besonders wichtig sind sie für die Rebhühner. Weil das Rebhuhn im Landkreis Göttingen auszusterben drohte, wurde 2004 das Rebhuhnschutzprogramm ins Leben gerufen. Durch eine naturschutzgerechte Landnutzung will die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG) erreichen, dass sich der Rebhuhnbestand im Landkreis vergrößert und stabilisiert. Dazu wurden vor allem im östlichen Teil des Landkreises über 500 ha rebhuhngerecht bewirtschaftete Blühstreifen angebaut, verteilt auf über 1000 Einzelflächen (Stand 2007). Auch Landwirte aus Obernfeld beteiligen sich mit über 10 Blühstreifen an diesem Projekt. Die Blühstreifen sollen dem Rebhuhn Nahrung und Deckung gewähren und dienen zur Aufzucht der Küken. Die Landwirte stellen die Flächen zur Verfügung und bewirtschaften diese. Ausgleichszahlungen und ein spezielles Saatgut erhalten sie seit 2005 von der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG). Seit 2009 führt die Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen eine Rebhuhntelemetrie durch. In der Obernfelder Flur sind drei Rebhühner mit Sendern ausgestattet. Der Jäger Otto Mühe sen. sowie die gesamte Obernfelder Jägerschaft unterstützen dieses Projekt mit ihren Rebhuhnbeobachtungen. Die ersten Forschungsergebnisse aus dem Eichsfeld stehen schon fest: Dort wo viele Blühstreifen existieren, konnte sich lokal die Anzahl der Rebhühner verzehnfachen.

 

Blühstreifen

 

Noch heute ist die Waldschnepfe Scolopax rusticola in der Obernfelder Flur vereinzelt anzutreffen. Nur zur Paarungszeit im März und Anfang April kann man den sonst sehr heimlich lebenden Vogel sehen und hören.

Man ist bemüht, den Weißstorch wieder in Obernfeld anzusiedeln, so wie es im benachbarten Gieboldehausen und in Seeburg geglückt ist. Thomas Ehbrecht ließ im März 2010 auf seinem Grundstück an der Hahle in unmittelbarer Ortsnähe einen 11m großen Lärchenstamm mit künstlicher Nestanlage aufstellen. Seitdem sind im Frühjahr immer wieder Störche zur Inspektion des Nistplatzes gekommen.

Im Frühjahr 2014 ließ sich ein Storchenpaar auf dem Nest nieder und brütete erfolgreich.

 

Störche im Juni 2014